Zukunftsstrategie

Erhaltung

Ein nachhaltiger Erhalt und die Pflege der Wallheckenlandschaft kann nur in Zusammenarbeit mit den Landwirten erfolgen. Gleichzeitig muss aber auch die Landwirtschaft in Wallheckengebieten existenzfähig bleiben, weil es ohne sie nicht funktioniert. Die Gesellschaft muss die ökologischen Leistungen honorieren. Dazu zählen die Wallheckenpflege und der Ausgleich von Bewirtschaftungsnachteilen, die sich durch die Kleinstrukturen der Flächeneinheiten ergeben. 

Um den Erhalt und die Pflege sicher zustellen, wären folgende Maßnahmen notwendig: 

  • Seitlicher Rückschnitt von strauchbetonten Wallhecken im Turnus von 1 bis 2 Jahren
  • Vegetation alle 7 bis 8 Jahre auf den Stock setzen
  • Einführung einer Mindestflächengröße von 4 ha, unterhalb der die Bewirtschaftungserschwernisse auszugleichen sind
  • Vergütung der Wallheckenpflege durch Vertragsnaturschutz
  • Genehmigung von Durchbrüchen an den Kopfenden der Wallhecke, um benachbarte kleinparzellige Flächen besser bewirtschaften zu können
  • Sanierung vorhandener Wallhecken geht vor Neuanlage 

Im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen in Wallheckengebieten verfolgt die Schutzgemeinschaft Wallheckenlandschaft Leer e.V. den Ansatz, dass diese bei den Landwirten einkommenswirksam werden müssen. Als Auftragnehmer bessern Landwirte selbst Wallheckenkörper aus und bepflanzen diese in Zusammenarbeit mit der Schutzgemeinschaft. Dafür erhalten sie eine entsprechende Entschädigung.

Chancen und Vernetzungsmöglichkeiten

Mit dieser Strategie ließen sich neben den positiven Effekten für den Natur- und Artenschutz bzw. den Erhalt der Landwirtschaft auch weitere Nutzungsinteressen an der Wallheckenlandschaft ausmachen. Zu weiteren Projekten ergeben sich vielfältige Vernetzungsmöglichkeiten. 

Dazu gehört der sich in Ostfriesland stetig positiv entwickelnde (Rad-)Tourismus , der durch den Erhalt der einzigartigen Wallheckenlandschaft unterstützt wird und mit unserer „Wallhecken – Erlebnistour“ im Landkreis Leer beispielhaft umgesetzt wurde. 

Mit gezielten touristischen Angeboten (z.B. „Urlaub auf dem Wallhecken-Bauernhof “) eröffnen sich für den einen oder anderen landwirtschaftlichen Betrieb weitere Einkommensalternativen. 

Andere Ideen beziehen sich auf die thermische Verwertung von Knickholz oder die Vermarktung von Wallheckenerzeugnissen, wie z.B. Schlehenmarmelade und –saft.

Abgerundet wird die Strategie der Schutzgemeinschaft Wallheckenlandschaft Leer e.V. durch die Einrichtung eines Wallhecken-Umwelt-Zentrums, das interessierten Personengruppen und Schülergruppen als Begegnungs- und Fortbildungsstätte dienen kann.